Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.
description
Darmkrebs wird oft zu spät entdeckt und ist daher eine der häufigsten Tumorarten mit Todesfolge. Im Frühstadium sind jedoch 95 Prozent der Fälle heilbar.
descriptionBlutprobe
Darmkrebs entwickelt sich oft ohne Anzeichen. Eine Darmspiegelung entdeckt ihn trotzdem, besser noch: Sie findet auch Krebsvorstufen, die noch harmlos sind.
descriptionOperation
Neben den gängigen Therapien wie Operation, Bestrahlung und Chemotherapie zeichnen sich neue Behandlungen ab, zum Beispiel die Immuntherapie.
descriptionEndoskop
Stuhltest, Tastuntersuchung und Darmspiegelung scheuen viele. Doch wer die Unannehmlichkeiten in Kauf nimmt, senkt sein Krebsrisiko erheblich.
descriptionÄpfel
Falsche Ernährung ist Ursache für ein Drittel aller Darmkrebsfälle. Die richtige Lebensmittelauswahl, aber auch Bewegung sorgen für einen gesunden Darm.
  • Schriftgröße normal
  • Schriftgröße mittel
  • Schriftgröße maximal

Trügerisches Wohlbefinden

Die Symptome bei Krebs im Dickdarm oder im Mastdarm sind wenig auffällig und unspezifisch. Sie könnten auch von harmlosen Verdauungsstörungen oder ungefährlichen Darmveränderungen stammen. Stärkere Beschwerden zeigen sich erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung.

Im Überblick



Einer der häufigsten auf einen Tumor deutenden Hinweise ist Blut im Stuhl. Die blutigen Spuren können zwar auch von harmlosen Hämorrhoiden stammen, sollten aber nicht vorschnell damit abgetan werden, sondern näher untersucht werden: 35 Prozent der Patienten mit Darmkrebs haben sichtbares Blut im Stuhl, bei weiteren 35 Prozent ist das Blut unsichtbar (okkult) und wird im Rahmen einer Krebsvorsorge entdeckt.
Weitere Symptome sind:
  • Darmkrämpfe
  • Änderung der Stuhlgewohnheiten
  • Wechsel zwischen Durchfällen und Verstopfung
  • Blähungen
  • akuter Darmverschluss
Im Verlauf der Erkrankung klagen Darmkrebs-Patienten zudem über Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Blutarmut.
↑ nach oben

Diagnostik im Labor: Der Stuhl wird auf Blutspuren untersucht

Der klassische Stuhltest ist der chemische Okkultbluttest nach der Guajak-Methode. Der Patient bringt dafür an drei kurz aufeinander folgenden Tagen kleine Stuhlproben auf ein spezielles Papier auf. Der Hausarzt schickt diesen Testbrief dann an ein Labor. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Untersuchung im Rahmen der Darmkrebsvorsorge ab dem 50. Lebensjahr. Der Nachteil des Tests: Er reagiert nicht spezifisch auf menschliches Blut, sondern auch auf tierisches Blut aus Fleisch und auf größere Mengen Vitamin C. Daher sollte man mehrere Tage vor dem Test auf Lebensmittel wie Steak, Tatar oder Blutwurst verzichten, ebenso auf Extra-Vitamin-C-Gaben oder größere Mengen Orangensaft. Auch bestimmte Schmerzmedikamente können das Ergebnis verfälschen.

Alternativ zum chemischen Test gibt es seit einigen Jahren einen qualitativen
immunologischen Okkultbluttest. Er weist Antikörper auf ausschließlich menschlichen Blutfarbstoff nach. Dieser Check muss nicht im Labor durchgeführt werden, das Ergebnis liegt nach wenigen Minuten vor. Nahrungsmittel können den Test nicht verfälschen, aber Schmerz- und Rheumamittel führen manchmal zu falsch positiven Ergebnissen. Bisher ist nicht ausreichend geklärt, ob die immunologischen Tests in jeder Beziehung deutlich aussagekräftiger sind als der Test nach der Guajak-Methode. Dies ist auch deshalb besonders wichtig, da die immunologischen Tests deutlich teurer sind.
↑ nach oben

Sichere Diagnostik: Kamerafahrt durch den Darm

Wenn der Verdacht auf Darmkrebs besteht, etwa durch einen positiven Stuhltest oder durch einen auffälligen Tastbefund, sollte immer eine Darmspiegelung folgen. Denn mit dieser Untersuchung lässt sich Darmkrebs am besten diagnostizieren.

Bei der Darmspiegelung unterscheidet man die Spiegelung des Mastdarms (Rektoskopie), des Sigmas (Sigmoidoskopie) oder des gesamten Dickdarms (Koloskopie). Mit der Rektoskopie werden 60 Prozent, mit der Sigmoidoskopie 75 Prozent und mit der Koloskopie 98 Prozent der kolorektalen Karzinome erkannt. Es sollte jedoch immer der gesamte Dickdarm untersucht werden, auch wenn ein Tumor nur im Mastdarm vermutet wird, da sich gleichzeitig noch weitere Tumoren gebildet haben könnten.

Bei der Untersuchung wird ein schlauchartiges Koloskop, in das eine Videokamera oder Glasfaseroptik eingebaut ist, vom After her eingeführt. Vorbedingung dafür ist ein vollständig entleerter Darm. Bei der Koloskopie kann der Arzt die Schleimhaut begutachten und gegebenenfalls eine Gewebeprobe (Biopsie) zur mikroskopischen Beurteilung entnehmen. Auch Darmpolypen können mit dem Koloskop gleich bei der Darmuntersuchung abgetragen werden, sofern die Koloskopie unter Narkose erfolgt, wie es die meisten Patienten wünschen. Durch die histologische Beurteilung des entnommenen Gewebes kann der Darmkrebs mit Sicherheit diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.
↑ nach oben

Virtuelle Koloskopie verzichtet auf den Schlauch

Die CT-Kolonografie oder virtuelle Koloskopie macht schichtweise Aufnahmen des Bauchs mit einem Computertomografen. Mit einer speziellen Software werden die einzelnen Bilder zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt, sodass der Arzt ähnliches sieht wie bei einer klassischen Darmspiegelung. Voraussetzung dafür ist freie Sicht auf den Darm. Er muss daher völlig leer sein und wird zusätzlich mit Gas aufgebläht, damit die Darmwände sauber getrennt und die Bilder möglichst aussagekräftig sind. Da kein Gerät in den Darm eingeführt wird, ist eine Sedierung überflüssig. Diese für den Patienten angenehmere Methode hat allerdings ihre Nachteile: Da sind einmal die Kosten von rund 800 Euro, die die Kassen nicht übernehmen. Außerdem ist die virtuelle Methode bei der Erkennung von kleinen oder flachen Polypen der konventionellen Darmspiegelung unterlegen. Da bei dieser Methode keine Eingriffe an der Darmschleimhaut möglich sind, ist eine traditionelle Koloskopie unumgänglich, wenn per CT Polypen entdeckt werden, die entfernt werden müssen.
↑ nach oben

Wie gefährlich ist der Tumor?

Wenn die Spiegelung eine Geschwulst im Darm entdeckt hat, können weitere Methoden deren Ausmaß feststellen, vor allem in der Darmwand und im umliegenden Gewebe.

Endosonografie
Mit dieser Untersuchung kann beurteilt werden, wie weit der Krebs die Wandschichten des Darms durchdrungen hat. Dazu wird ein Ultraschallkopf in den Darm eingeführt.

Computertomografie und Magnetresonanztomografie (MRT)
Mit diesen Untersuchungen kann die Tiefe des Tumors und die Beteiligung der Nachbarorgane festgestellt werden.

Kolonkontrasteinlauf
Mit dieser Methode kann der Tumor und seine Auswirkung auf den Darm röntgenologisch dargestellt werden. Über den Enddarm wird der Dickdarm mit einem Kontrastmittel (meist Bariumsulfat) sowie mit Luft gefüllt. So können Wandunregelmäßigkeiten sichtbar gemacht werden. Diese Methode wird gewählt, wenn eine Dickdarmspiegelung – etwa nach einer Operation – nicht möglich ist.

Außerdem wird untersucht, ob der Darmkrebs schon in andere Organe gestreut hat: Die Röntgenuntersuchung des Brustkorbs macht eventuelle Metastasen in der Lunge sichtbar. Mit der Ultraschalluntersuchung (Sonografie) kann ohne Strahlenbelastung und ohne Schmerzen nach eventuellen Metastasen in Lymphknoten und Leber gesucht werden. Metastasen in den Knochen deckt die Skelettszintigrafie auf.
↑ nach oben

„Staging“ zur Beurteilung des Krebsstadiums

Steht die Diagnose „Darmkrebs“ fest, hängt das weitere Vorgehen in erster Linie davon ab, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Die Einteilung von Tumoren in verschiedene Stadien nennt man Klassifikation oder Staging. Dafür stellen die Mediziner folgende Standardfragen:
  • Größe des Tumors und Tiefe des Wachstums in die Darmwand. Sind alle Wandschichten durchwachsen?
  • Sind Krebszellen in benachbarten Lymphknoten vorhanden?
  • Sind Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen vorhanden? Karzinome des oberen Dickdarms bilden meist Metastasen in der Leber, tief sitzende Mastdarmkarzinome bilden Metastasen in der Lunge oder den Knochen.
Außerdem gehört zur Beurteilung eines Tumors auch das Ergebnis eines mikroskopischen Gewebevergleichs von Krebszellen mit gesunden Zellen der Darmschleimhaut. Sieht die Krebszelle der gesunden Zelle sehr ähnlich, nennt man die Zelle hoch differenziert, weist sie keine oder eine geringe Ähnlichkeit auf, wird sie als niedrig differenziert bezeichnet. Tumoren mit niedrig differenzierten Krebszellen sind besonders bösartig und aggressiv.
↑ nach oben

Endoskop
© Kalumet/GnuFreeDocumentationLicense
Mit dem flexiblen Koloskop begutachtet der Arzt bei einer Koloskopie den Dickdarm. Eine Lichtquelle und die Kamera am Schlauchanfang machen den Einblick möglich.
Koloskopie
© Diagnoseklinik Muenchen
Die virtuelle Koloskopie ersetzt den endoskopischen Blick in den Darm mit schichtweisen Aufnahmen des Bauchs. Die Aufnahmen setzen sich am Computer zu einer optischen Fahrt durch den Darm zusammen. Auch so können Auffälligkeiten an der Darminnenwand sichtbar gemacht werden.
Computertomografie-Röhre
© Shutterstock
Die Magnetresonanztomografie (MRT) macht scheibchenweise Aufnahmen vom Bauchraum. Die Bilder dienen als Basis für die virtuelle Darmspiegelung, aber auch zur Beurteilung, ob ein diagnostizierter Darmkrebs Nachbarorgane befallen hat.