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Darmkrebs wird oft zu spät entdeckt und ist daher eine der häufigsten Tumorarten mit Todesfolge. Im Frühstadium sind jedoch 95 Prozent der Fälle heilbar.
descriptionBlutprobe
Darmkrebs entwickelt sich oft ohne Anzeichen. Eine Darmspiegelung entdeckt ihn trotzdem, besser noch: Sie findet auch Krebsvorstufen, die noch harmlos sind.
descriptionOperation
Neben den gängigen Therapien wie Operation, Bestrahlung und Chemotherapie zeichnen sich neue Behandlungen ab, zum Beispiel die Immuntherapie.
descriptionEndoskop
Stuhltest, Tastuntersuchung und Darmspiegelung scheuen viele. Doch wer die Unannehmlichkeiten in Kauf nimmt, senkt sein Krebsrisiko erheblich.
descriptionÄpfel
Falsche Ernährung ist Ursache für ein Drittel aller Darmkrebsfälle. Die richtige Lebensmittelauswahl, aber auch Bewegung sorgen für einen gesunden Darm.
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Erkundungsfahrt durch den Darm

Wenn Darmkrebs bereits Symptome verursacht, ist es für eine Heilung oft schon zu spät. Daher sind regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen besonders wichtig. Sie beruhigen nicht nur, wenn sie keine verdächtigen Veränderungen feststellen – sie machen den Darmkrebs auch heilbar, weil sie ihn frühzeitig entdecken.

Im Überblick



Früherkennung ab 50 Jahren

Frauen und Männer über 50 können kostenlos an der Darmkrebs-Früherkennung teilnehmen. Diese Vorsorge umfasst eine ausführliche Befragung, die Tastuntersuchung des Enddarms – da viele Tumoren nahe des Darmausgangs sitzen, können 30 Prozent der kolorektalen Karzinome bereits bei einer Untersuchung mit dem Finger ertastet werden – und einen Stuhltest auf verstecktes Blut im Stuhl. Je nach Alter und persönlichen Risikofaktoren kann dann noch zusätzlich eine Darmspiegelung vorgenommen werden.

Im Einzelnen haben gesetzlich Versicherte folgende Möglichkeiten der Früherkennung:
  • Ab einem Alter von 50 Jahren bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres kann jedes Jahr ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vom Arzt gemacht werden.
  • Ab dem 56. Lebensjahr können Patienten dann zwischen der Koloskopie und dem Schnelltest auf verborgenes Blut wählen. Die zweite Koloskopie kann frühestens zehn Jahre nach der ersten erfolgen, der Schnelltest auf verborgenes Blut kann alle zwei Jahre durchgeführt werden. Ärzte sollen die Patienten in einem Beratungsgespräch ausführlich über die Vor- und Nachteile sowie die Risiken beider Verfahren aufklären.

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Risikopatienten brauchen häufigere Untersuchungen

Kleinere Zeitintervalle werden für Patienten mit bekannten Risikofaktoren empfohlen:
  • Patienten mit totaler Colitis ulcerosa, die länger als acht Jahre bekannt ist, oder linksseitig betonter Colitis, die länger als 15 Jahre besteht, sollten jährlich eine Koloskopie des gesamten Dickdarms mit mikroskopischer Untersuchung von Gewebeproben aus mehreren Darmabschnitten durchführen lassen.
  • Patienten mit erblichem nicht-polypösen Kolonkarzinom (HNPCC= Hereditary Non-Polyposis Colorectal Cancer, Lynch-Syndrom) und Verwandten ersten Grades von HNPCC-Patienten wird empfohlen, spätestens ab dem 25. Lebensjahr zeitlebens jährlich eine körperliche Untersuchung, eine komplette Koloskopie, eine Sonografie, Urinuntersuchung und bei Frauen eine gynäkologische Untersuchung durchführen zu lassen.
  • Patienten mit gesicherter familiärer adenomatöser Polyposis (FAP) wird geraten, schon vor dem 20. Lebensjahr den gesamten Dickdarm operativ entfernen zu lassen, falls die Anzahl der Darmpolypen sehr groß ist. Bei Verwandten von FAP-Patienten sollte ein Gentest im Alter von zehn Jahren feststellen, ob sie die Erbinformation für diese Erkrankung in sich tragen. Ist dies der Fall, so muss bei den Kindern eine jährliche Spiegelung des Sigmas oder des gesamten Dickdarms durchgeführt werden.

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Stuhltests sind aussagekräftig

Stuhltests sind ein wichtiger Bestandteil der Darmkrebs-Vorsorge. Sie können schon sehr früh erste Anzeichen für Darmkrebs liefern, bevor andere Symptome auftreten. Diese Tests kann man unabhängig von der Vorsorgeuntersuchung auch selbst machen – mit entsprechenden Testbriefchen aus der Apotheke. Die verschiedenen Stuhltests unterscheiden sich durch den Stoff, den sie im Stuhl nachweisen, und die Art, wie sie dies tun. So kann etwa Blut im Stuhl nachgewiesen werden, oder aber spezielle Enzyme, die der Darmkrebs produziert. Die Stuhltests sind allerdings nicht alle gleich präzise.
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Der Guajak-Test
Dies ist die Untersuchung von Stuhlproben auf unsichtbares Blut (okkultes Blut) im Stuhl. Der Patient erhält drei Testbriefchen und trägt Stuhl von drei verschiedenen Stuhlproben auf, die im Labor untersucht werden. Ist der Test positiv, sollte auf jeden Fall eine Darmspiegelung vorgenommen werden. Allerdings kann das Blut auch von einer Entzündung oder von Hämorrhoiden stammen. Außerdem ist der Test sehr störanfällig durch Fremdstoffe aus der Nahrung. So kann der Verzehr von Vitamin C, Fleisch oder Blutwurst zu einem falschen positiven Ergebnis führen.
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Immunologischer Test auf Blut im Stuhl
Der herkömmliche Test auf verstecktes Blut im Stuhl kann leicht ein falsch positives Ergebnis liefern, weil er nicht ausschließlich auf menschliches Blut reagiert. Ein immunologischer Stuhltest weist ganz spezifisch nur menschliches Blut im Stuhl nach. Es gibt Tests, die im Labor ausgewertet werden, und auch solche, bei denen Sie das Ergebnis gleich zu Hause sehen können. Bisher ist nicht ausreichend geklärt, ob die immunologischen Tests in jeder Beziehung deutlich aussagekräftiger sind als der Test nach der Guajak-Methode. Dies ist auch deshalb besonders wichtig, da die immunologischen Tests deutlich teurer sind.
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DNA-Stuhltest
Dieser neu entwickelte Test untersucht Dickdarmzellen von Stuhlproben auf genetische Mutationen. Derzeit kann der Test sieben verschiedene genetische Mutationen erkennen. Allerdings gehört dieser Test wegen unzureichender Datenlage noch nicht zum normalen Vorsorgeprogramm.

Tipp:
Im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogramms bieten die gesetzlichen Krankenkassen ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche Untersuchung des Darms an. Sie umfasst die Tastuntersuchung des Mastdarms und einen Labortest auf unsichtbares Blut im Stuhl. Nehmen Sie diese Möglichkeit wahr.
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Grafik: Darmspiegelung
© doc.med Medien GmbH
Die Darmspiegelung gehört ab einem Alter von 55 Jahren alle zehn Jahre zum Standardprogramm der Krebsfrüherkennung. Risikogruppen sollten früher und häufiger zur Koloskopie gehen.
Petrischalen
© iStockphoto
Neuartige Labortests entdecken im Stuhl spezifische Marker für Darmkrebs.